2023 – Grönlanddurchquerung „Spurensuche 2023“

UPDATE: Die Expedition ist abgeschlossen! Aktuelle Infos findest du in unserem Blog


Im Jahr 2023 geht es wieder über das Eis!

Ein Team bestehend aus 5 iceploration-Mitgliedern internationaler Herkunft macht sich im nächsten Spätsommer wieder auf, um wissenchaftliche Daten über das grönländische Inlandeis zu sammeln. Darunter befinden sich wieder mehrere Studenten, die tatkräftig von uns unterstützt werden!

Doch damit die Expedition stattfinden kann, bedarf es Eure Unterstützung!

Aktuell läuft eine Crowdfunding-Kampagne auf startnext.com, bei der Ihr direkt das Projekt unterstützen könnt. Belohnt werdet Ihr dabei mit tollen Dankeschöns wie Aufklebern oder Campurkunden! UPDATE: Das Crowdfunding ist beendet. Spenden sind jedoch weiterhin Willkommen -> Zur Spendenseite

Projektbeschreibung

„… hier gewinnt das Leben Inhalt. Mögen Schwächlinge daheim bleiben und alle Theorien der Welt auswendig lernen, hier draußen Auge in Auge der Natur gegenüberstehen und seinen Scharfsinn an ihren Rätseln erproben, das gibt dem Leben einen ganz ungeahnten Inhalt.“

Alfred Wegener am 25.12.1906 in Grönland

Im Sommer 1912 durchquerte eine kleine, vierköpfige Expeditionsgruppe schweizerischer Wissenschaftler mit Hundeschlitten das Inlandeis Grönlands. Es war nach der Expedition von Fridtjof Nansen die zweite erfolgreiche Eisüberquerung. Sie bestimmten das erste genaue Höhenprofil der Eiskappe. Vor dem Hintergrund der heutigen Klimawandeldiskussion haben Daten aus dieser vorindustriellen Zeit besonderen Wert. 2002, 90 Jahre später wurde die Route durch eine deutsche Gruppe auf Skiern nochmals begangen und komplett mittels modernster Satellitentechnik vermessen. Diese Messungen konnten 2006, 2010, 2015 und 2020/21 erfolgreich wiederholt werden, so dass hochpräzise Daten für die Höhenänderungen entlang der Route vorliegen. Zwei kleinere Expeditionen fanden 2012, 2017 und 2019 (im Rahmen der Expedition ”Ocean Change 18/19 – turn the page” des Abenteurers und Polarforschers Arved Fuchs) statt. Die Oberflächenverhältnisse im südlichen Grönland ändern sich infolge des Abschmelzens des Eispanzers besonders im Randbereich dramatisch: die Gebiete mit Schmelzwasserseen und -bächen wachsen an, Spaltengebiete vergrößern und verändern sich, die Schneeauflage wird
von Jahr zu Jahr geringer und feuchter.

Das Projekt

Die Idee dieses Projektes geht auf Prof. W. Korth (Beuth-Hochschule Berlin) zurück. Wilfried Korth war von 2002 bis 2017 der wissenschaftliche Leiter und von 2010 bis 2017 Expeditionsleiter. Wir möchten mit der Expedition 2023 die von ihm initiierte geodätische Arbeit abschließen.
Die Eiskappen in der Antarktis und Grönland, die Eisfelder in Island, Patagonien und Alaska und auch die alpinen Gebirgsgletscher reagieren auf die Veränderungen des globalen Klimas durch Volumenänderungen. Je kleiner sie sind, desto stärker reagieren sie auf regionale oder lokale Einflüsse. Die großen Eiskappen sind hingegen „Sensoren“ für globale Klimaänderungen. Die Be-stimmung von Volumenänderungen des grönländischen Eisschildes ist besonders interessant, weil sich gerade hier starke Veränderungen zeigen. Die Temperaturänderungen in der Arktis liegen deutlich über den globalen Durchschnittswerten.

Karte des Expeditionsgebietes mit Höhenänderungen zwischen 1912 und 2012.

Die Traverse ist eine der wenigen Langzeitstudien zu Eishöhenänderungen! 2015 konnte erstmals ein nahezu vollständiges, hochgenaues Profil der Eiskappe mit einem Punktabstand von wenigen Metern (!) bestimmt werden. Dadurch sind direkte Vergleiche mit den Daten aus Satellitenmissionen wie IceSat oder Cryosat möglich.

Dieses inzwischen in Grönland einzigartige Langzeitprojekt soll fortgesetzt werden.

Für 2023 ist eine Skiexpedition mit nochmaliger vollständiger kinematischer Messung der gesamten Traverse geplant. Dabei sollen auch Teilabschnitte einer geowissenschaftlichen Traverse aus den 50er Jahren, die Ende der 80er Jahre letztmalig vermessen wurde, einbezogen werden.

Besonders wichtig sind bei solchen Projekten Bildungs-und Öffentlichkeitsarbeit. Die aktuellen, klimabedingten Veränderungen der Erde betreffen vor allem die kommenden Generationen. Des­halb sind Aktionen mit und für Schüler fester Bestandteil des Projektes. Auftritte im Rahmen der „Kinderuni“ (Cottbus, Senftenberg, Görlitz und Zittau), der Schülerakademie (Potsdam) und in vielen Schulen im Raum Berlin/Brandenburg und Sachsen hat es schon gegeben. Diese sollen auch zukünftig fortgesetzt werden. Geplant sind vorbereitende Aktionen im Winter 2022 und Frühjahr 2023, ein Polartrainingscamp im Winter 2023 sowie die Veröffentlichung von Berichten, Radiobeträgen und Positionsverfolgung.
Die Ergebnisse sollen mit Schülern/Studenten gemeinsam aufbereitet und veröffentlicht
werden.
Die Grönlandexpedition ”Spurensuche 2023”soll die geodätischen Messungen der de’Quervain/Korth-Traverse zwischen 2002-2023 abschließen.

Das Arbeitsprogramm

Es soll eine Neumessung des Profils mit zus¨atzlichen Arbeiten und Erweiterungen erfolgen. Geplant
sind:

  • Wiederholungsmessung der Höhen entlang des Profils (700 km, 45 Tage).
  • Nachmessungen der ehemaligen Positionen von 4 Netzpunkten (exakt an den alten Stellen, Lagegenauigkeit +- 1m) eines Projektes von Prof. M. Stober am Swiss Camp, evtl. DGM erstellen (fachliche Betreuung durch Prof. M. Stober)
  • Weitere Messungen zur Schneedichte, Meteorologie und Glaziologie
  • Mediale Begleitung des Projekts

Teilnehmer:

Thomas Hitziger (Mathematiker; BTU Cottbus-Senftenberg, Germany)Expeditionsleiter, wissenschaftliche
Leitung
Steffen Welsch (Bergführer, El Calafate ARG/GER)Expeditionsleiter, bergsportlicher Leiter
Sarah Heller (Civil Engineer, Sweden/Austria)Feldarbeit/public relation
Jakob A. Nielsen (Civil Engineer, Danmark)Feldarbeit/Messungen, Auswertung
Mads-Emil Nielsen (Arctic Civil Engineering student, Danmark)Feldarbeit, Medizin
Thilde Hovmøller Ellemose (Water and Environmental Engineering student, Danmark)Messungen/
Auswertung
Hugo F. Baune (Geophysics student, Norway)Messungen/Auswertung

Es sollen 6-8 Personen an der Expedition teilnehmen. Die Leitung werden Thomas Hitziger und
Steffen Welsch übernehmen.

Steffen Welsch ist professioneller Bergführer, verfügt über umfangreiche Expeditionserfahrung und
war bereits 2017-2019 Grønland für ein kommerzielles Unternehmen mit Klienten unterwegs. Die wissenschaftliche Leitung übernimmt Thomas Hitziger, Brandenburgische Technische Universität, der an der Traverse 2015 und 2020 sowie an kleineren wissenschaftlichen Projekten in Grønland 2017, 2019 und 2021 teilgenommen hat. Dies sind Voraussetzungen, die für einen Erfolg der Unternehmung bürgen.

Zeitplanung

Die Expedition soll zwischen dem 19. Juli und dem 09. September 2023 realisiert werden. Für die erforderliche Ausrüstung (Zelte, Schlitten, Bergsicherheitsausrüstung, usw.) kann z.T. auf den ”Expeditionsfundus“ zurückgegriffen werden.

Um die Finanzierung der ausstehenden Kosten zu decken, heißen wir Unterstützer und Sponsoren herzlich willkommen! Wenn Sie diese Expedition unterstützen wollen, freuen wir uns über jede Spende.

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