Lutz Schütze, Installateur- und Heizungsbauermeister, erfahrener Skitourengeher war Teilnehmer des Arktistraining und beschreibt sein Erlebnis mit dem stillen Örtchen so:
Zu jedem Wintercamp gehört auch das Stille Örtchen.

Gut erreichbar sollte es sein, jedoch mit gewissem Abstand zum Zeltlager. Da alles sofort im Schnee verschwindet, ist die Windrichtung zum Lager nicht von Bedeutung. Nachdem feststeht, wo die Zelte aufgestellt werden, wird ein geeigneter Platz ausgewählt. Auf der Fläche von ca. 1 m² wird der Schnee zu einer Grube von unter einem Meter Tiefe ausgehoben. Der Aushub dient gleichzeitig als Sicht- und Windschutzwall.

Trifft man dabei auf gut gepressten Schnee oder Firn, kann dieser zu Blöcken geschnitten in einer kleinen Mauer verarbeiten werden. Die Höhe vom Scheitel der Mauer bis zur Sohle der Grube ist mit 1,2 bis 1,5 m ideal, da selbst hochgewachsene Damen dahinter gänzlich verschwinden, die Herren aber einen Blick in die Umgebung zu schätzen wissen. Außerdem sehen die anderen, dass gerade besetzt ist. Man sollte nicht vergessen, eine Trittstufe im Zugang mit einzuarbeiten, um den herbeieilenden Nutzer nicht noch mehr in Bedrängnis zu bringen.

Eine bereit gestellte Schneeschaufel macht alle Hinterlassenschaften für die anderen Nutzer unsichtbar aber erkennbar. Für die Körperhygiene kommen Schneebrocken oder Toilettenpapier zum Einsatz. Letzteres wird in einem am Schaufelstiel gesicherten Müllsack gesammelt und am Ende der Tour über den Hausmüll entsorgt.
Bei Abbau des Camps wird die Grube wieder mit dem Aushub verfüllt, damit keiner bei schlechter Sicht hineinfallen kann.

Ein ausführlicher Bericht aus femininer Sicht über das „Kälteste Klo der Welt“ findet sich auf der Webseite von Reisedepeschen.
Noch mehr Infos zur Körperhygiene auf Wintertouren gibt es außerdem auf dem Blog von Winterfjell
Disclaimer: Unser Arktistraining wurde unterstützt von Fjord Line, der Havdalsgrenda, wie den Ausrüstern Picture Organic Clothing, Wechsel Tents , aclima und ALFA Sko. Vielen Dank dafür.

3 Kommentare zu „Arktistraining Teil 2 – das stille Örtchen“